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  EM Donovaly 2010
 
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EM Sprint Donovaly 2010
Das Ende der Kategorie Pulka?
 
 
Es war ein regelrechter Schock, als mir beim Delegierten-Meeting mitgeteilt wurde, dass es keine drei Starter in der Kategorie Pulka gibt. Ursprünglich waren neben Roman Reistetter und mir, noch Thomas Jäger und Christiane Biewald gemeldet.
Thomas, das wusste ich von unserer letzten Begegnung in Inzell, hatte einen verletzten Hund und Christiane, hatte kurz vorher noch auf Skijöring umgemeldet.
Alle Versuche sie umzustimmen, blieben ergebnislos. Somit gab es, seit Bestehen der FISTC, zum ersten Mal keine Kategorie „Pulka“. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht schon das Todesurteil für diesen Sport war.
 
So musste Roman in die 1 Hunde und ich in die 2 Hunde Skijöring Kategorie wechseln, was nicht gerade ein Problem darstellte, nur dass die Erfahrung aus dem Pulkasport, die wir uns über Jahre erarbeitet haben, hier nicht wirklich was zählt.
 
Der Streckenverlauf war ähnlich wie 2008, nur eine spektakuläre Abfahrt, kurz nach dem Start, machte die erste Phase noch aufregender.



Choice und Cäsar waren wirklich gut drauf und da ich als Letzter in der Kategorie starten musste, rechnete ich mit einigen Überholungen.
Es dauerte auch nicht lange, bis ich zu Christiane, die eine Minute vor mir gestartet war auflief und ohne Probleme überholen konnte.
 
Bald darauf sah ich schon Berit Weischer vor mir, doch im Anstieg verlor ich sie aus den Augen. Mir war schon klar, dass nach meinen Operationen und den misslichen Trainingsbedingungen, ich in den Anstiegen wahrscheinlich gegen alle anderen Teilnehmer Zeit verlieren würde.
 
Oben, wo der Trail aus dem Wald und der Liftstation vorbeiführt, sah ich einen Anderen Starter vor mir. Es war Michal Kuvik aus der Slowakei. Bis zum zweiten Anstieg fuhr ich auf und konnte auch ihn problemlos überholen.
Nach der Abzweigung von D auf B, dort wo der Trail flacher wurde und sich topographisch schon nach unten orientiert, wurden meine Hunde plötzlich langsamer und begannen zu traben.
Ich hatte dein Eindruck, dass sie sich ihre Kräfte einteilen wollten, da wir zwei Wochen zuvor, in Inzell, über 25 Kilometer gelaufen waren.
Woher sollten sie auch wissen, dass sich das Ziel schon in fast greifbarer Nähe befände. Auch Michal konnte wieder zu mir aufschließen.
 
Im Ziel trennten uns nur wenige Sekunden und nach dem ersten Lauf war ich fünfter mit 8 Sekunden Rückstand auf Berit die, wie ich von Michi Humplik erfuhr, besonders auf dem Flachteil ein unglaublich hohes Tempo gefahren war.
 
Es zeichnete sich schon ab, dass es wahrscheinlich für eine Medaille nicht reichen würde, aber an den darauffolgenden Tagen konnte ja noch einiges geschehen.
 
Am nächsten Tag galt es erst einmal den vierten Platz zu erreichen und wenn möglich den Rückstand auf die ersten drei Plätze zu verringern. Ich dachte mir schon, dass ich Berit recht bald einholen würde, wir gemeinsam den Anstieg hochfahren und ich sie dann im letzten Drittel das Tempo machen lassen würde.
Die Rechnung ging voll auf, aber auf den dritten Platz hatte ich weitere 7 Sekunden verloren und somit betrug der Gesamtrückstand eine Minute und zweiunddreißig Sekunden.
 
Es hätte schon etwas Gröberes passieren müssen damit ich Jan Mlynar noch einhole hätte könnte. Ich konnte ihn beobachten, während er seine Skier testete. Perfekter Armschwung, weite, ausholende Skatingschritte, ein Körper wie ein Zehnkämpfer. Wirklich schön anzusehen, wäre er nicht mein Gegner um eine Medaille.



Choice und Cäsar legten wieder eine Blitzstart hin und auf den ersten vier Kilometern konnte ich ihm sicherlich 40 Sekunden runterfahren, aber im Anstieg, an dessen Beginn er nur mehr wenige Meter entfernt war, hatte ich einfach nichts zum zusetzen. Als er bei der Liftstation wieder aus meinem Blick verschwand, habe ich die Hunde einfach fertig laufen lassen und mich damit abgefunden, dass ich nach fünf Jahren zum ersten Mal keine Medaille machen werde.
 
Ich kann nicht genau sagen, ob die Enttäuschung oder die Resignation größer war. Die drei Operationen, hatten einfach zuviel Zeit und Kraft gekostet, als das ich hier meinen, wahrscheinlich viel zu hohen Erwartungen, gerecht werden konnte.
 
In anbetracht all dieser Umstände muss ich aber zufrieden sein. Die Hunde sind super gelaufen und haben alles gegeben, was Bestätigung genug für meine Arbeit im Training war.





Die Harmonie, welche beim Lauf von den Beiden ausgeht, beeindruckt mich jedes Mal von Neuen. Ich kann mir in diesem Sport nichts Schöneres vorstellen als mit ihnen zu laufen und ein Teil dieser Einheit sein zu dürfen.
 
Der schwächste im Team war sicherlich ich und daher gehört mein Dank Choice und Cäsar, die mir einen vierten Platz gesichert haben, der zwar nicht mit einer Medaille ausgezeichnet wird, aber Motivation genug ist, um nächstes Jahr hierher zurück zu kehren und um den WM Titel zu kämpfen.


 
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